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Der Text dieses Berichts entstammt -mit freundlicher Genehmigung- dem freiheitlichen Magazin “DIE AULA”, Ausg. 06 / 2014



Mißbrauchte Geschichte - Deutschland ewig am Pranger"

lautete der Titel der Jahrestagung, die vom 23. bis 25. Mai im thüringischen Kirchheim abgehalten und von rund 150 Teilnehmern rege besucht wurde.
In den einfuhrenden Worten forderte der GfP-Vorsitzende anläßlich der 2014 zu begehenden Jahrestage die notwendige Revision des im deutschen Kultur- und Sprachraum dominierenden Geschichtsbildes, das einem anachronistischen Schuldkult verhaftet sei, der die vorurteilsfreie Erforschung der Vorgeschichte des Ersten und Zweiten Weltkriegs zu einem "verminten Terrain deutscher Gesinnungsjustiz" mache. Daß militärische und politische Niederlagen nicht zwangsläufig in einer nationsverneinenden Geschichtsbetrachtung münden müssen, zeige Ungarn als "leuchtendes Gegenbeispiel einer besiegten Nation, die positiv mit ihrer Geschichte umgeht". In diesem Sinne stehe die GfP für eine im besten Sinne revisionistische Beschäftigung mit der deutschen Geschichte und setze der ver- gangenheitsbewältigenden und zeitgeisthörigen offiziellen Historiographie mit der diesjährigen Tagung erneut ein notwendiges Korrektiv entgegen.


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Alliierte Kriegstreiber
Dr. Albrecht Jebens


Der Historiker Dr. Albrecht Jebens beleuchtete in seinem Vortrag "Die Julikrise 1914 - Die Hintergründe zum Kriegsausbruch" und stellte bereits zu Beginn seiner Ausfuhrungen unmißverständlich klar, daß das Versailler Friedensdiktat 1919 für die Entente-Mächte ein "Sieg ohne Frieden" darstellte und der Krieg gegen Deutschland nach dem militärischen Waffengang nun mit anderen Mitteln fortgesetzt wurde. Kenntnisreich rekurrierte Jebens auf die revisionistisch angelegten Neuerscheinungen von Christopher Clark, Hans Fenske, Herfried Münkler, Jörg Friedrich und Sean
McMeekin. In diesen wird eindeutig die fatale Rolle Serbiens und Rußlands am Kriegsausbruch nachgezeichnet, deren Panslawismus und territorial-impe- riale Interessen maßgeblich die Eskalation des Konflikts schürten. Gleichzeitig trugen ideologische und tradierte Feindbilder in Frankreich, Großbritannien und den Vereinigten Staaten zu einer dezidiert antideutschen und teils haßerfüllten Kriegspolitik bei, die die Einkreisung und Isolierung des Deutschen Reiches am Vorabend des Ersten Weltkriegs mit ihrer Propaganda während des Waffengangs auf die Spitze trieben.

Jebens resümierte, Deutschland habe - im Gegensatz zu den Entente-Mächten - in allen Vorkriegskrisen eine vermittelnde und friedfertige Rolle auszuspielen versucht und dies auch am Vorabend des Ersten Weltkriegs verfolgt. Während die geo-, wirtschafts- und machtpolitischen Ziele der Entente nur mittels eines großen Krieges erreicht werden konnten, gingen die strategi- sehen Überlegungen der Mittelmächte immer von einem weitgehend friedlichen Szenario aus. Zu recht konstatierte Jebens am Ende seines Vortrags: "Europa ist also nicht in den Krieg hineingeschlittert, vielmehr saßen die Triebkräfte und Verantwordichen in St. Petersburg, Belgrad, Paris, London und später Washington."
US-Herrenmenschentum.


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Das anglo-amerikanische Denken und die fragwürdigen Folgen für uns
Generalleutnant a.D. Dr. Franz Uhle-Wettler


gelang der Brückenschlag zu einem Thema, das untrennbar mit der Vergangenheitsbewältigung zusammenhängt und dazu beiträgt, "Deutschland ewig am Pranger" stehen zu lassen: "Das anglo-amerikanische Denken und die fragwürdigen Folgen für uns". Uhle-Wettler legte dar, wie die Reichseinigung 1871 das positive Denken der Vereinigten Staaten über Deutschland abrupt zum Ende brachte, da "eine deutschen Interessen dienende Politik nunmehr den amerikanischen
Neid weckte" und die wirtschafte- sowie machtpolitische Entfaltung des Deutschen Reiches in der anglo-amerikani- schen Welt Mißgunst wachsen ließ.
In seinen kenntnisreichen Ausfuhrungen skizzierte der Referent die Entstehung des anglo-amerikanischen Kreuzzugsgedankens und dessen propagandistische Instrumentalisierung, aus dem eine "verachtenswerte Krieg- fuhrung" gegenüber den als "Barbarenbeschimpften Feinden resultierte. Am Beispiel Japans, dessen Volk von der amerikanischen Propaganda als "Ungeziefer" tituliert wurde, verdeutliche Uhle-Wettler dieses Gebaren eindringlich, zeigte hierneben aber auch die geistigen Wurzeln im calvinistisch-purita- nischen Christentum auf, das die ewige Verdammnis für Nicht-Auserwählte vorsieht und die Welt radikal in gut und böse einteilt. Als dem Guten dienend, müsse das von Gott auserwählte amerikanische Volk ("God's own country") seine Werte weltweit durchsetzen. Mit dieser "heiligen Sache" (heute: Ideologie der Menschenrechte) bestückt, so führte Uhle-Wettler aus, verbinde sich das anglo-amerikanische Denken bis heute mit einem missionarischen Sendungsbewußtsein, das als Rechtfertigung für weltweite militärische Interventionen herangezogen wird. Der Vortragende schloß mit dem empathischen Aufruf: "Wir müssen den anglo-amerikanischen Kreuzzugsgedanken bekämpfen!"
Verschwiegene Wahrheiten.


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Das Schicksal der Kriegsgefangenen auf beiden Seiten - wie gingen Sieger und Besiegte damit um?
Oberstleutnant a.D. Alfred Zips

 

Die kurzfristige Absage des tschechischen Autors und Verlegers Pavel Kamas ("Die Tschechei unter Hitler - eine Richtigstellung der Zeitgeschichte") wurde mit einem beachtenswerten Referat des Publizisten und Oberstleutnant a.D. Alfred Zips mehr aus ausgeglichen: "Das Schicksal der Kriegsgefangenen auf beiden Seiten - wie gingen Sieger und Besiegte damit um?" Nach einem kurzen Überblick über den rechdichen Status von Kriegsgefangenen stellte Zips die weitgehende Entrechtung deutscher Soldaten in amerika-nischer, sowjetischer, jugoslawischer und französischer Kriegsgefangenschaft dar. Deutsche Landser, aber auch Zivilisten wurden oftmals "Opfer systematischer Rachejustiz" und "grausamster Folter".
Hart in die Kritik nahm der Referent die BRD-Geschichtsschreibung und deren Anklage an die deutschen Soldaten. Im Gegensatz zu den alliierten Siegern trage die Wehrmacht keine Schuld am Gros verstorbener Kriegsgefangener, denn in Reihen der deutschen Streitkräfte seien "soldatische Tugendhaftigkeit und das Kriegsvölkerrecht bis zuletzt eingehalten" worden. Während sich die Wehrmacht an diese Grundsätze gehalten habe, begannen sowjetische und amerikanische Verbände - oftmals auf Geheiß von oben - schon vor Kriegsende mit willkürlichen Erschießungen von Gefangenen. In den Fokus rückte Zips die Situation deutscher Kriegsgefangener in westalliierter Hand, als "dunkles und kaum bekanntes Kapitel deutschen Leids".
In Anlehnung an die Bücher seines kanadischen Freundes James Bacque zeigte er auf, wie deutschen Kriegsgefangenen der völkerrechtlich garantierte Schutz entzogen und diese zu rechtlosen Subjekten wurden. Als Resultat dieser geplanten und systematischen Entrechtung stand der Tod von über einer Million Deutscher in den amerikanischen Rheinwiesenlagern: "auf Befehl Eisenhowers begann das Massensterben", so Zips, der hierfür den im angloamerikanischen Denken verwurzelten "Haß auf alles Deutsche" verantwortlich machte und damit gekonnt den Bogen zu Uhle-Wettlers Vortrag schlug.


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Ernst von Heydebrand


Bahnbrechender Bacque. Tag zwei der Tagung sollte von besagtem James Bacque (85) eingeläutet werden, doch machte eine schwere Erkrankung den Flug aus Kanada für den hochbetagten Publizisten unmöglich. Doch dankenswerterweise übersetzte Ernst von Heydebrand das Manuskript und konnte so den Vortrag James Bacques' in voller Länge verlesen. Inhalt des Textes war nicht dezidiert Bacques Lebensthema - die Behandlung deutscher Kriegsgefangener in den amerikanischen Rheinwiesenlagern -, sondern seine persönliche wie publizistische Entwicklung im 20. Jahrhundert.
Der antideutschen Propaganda in seiner kanadischen Jugendzeit ausgesetzt, war Bacque fassungslos, als er schließlich in den 1980er Jahren im Rahmen von Forschungen auf bislang nicht zur Kenntnis genommener Augenzeugenberichte von deutschen Soldaten in amerikanischer Gefangenschaft stieß und den verbrecherischen Charakter der westalliierten Lager erkannte. Diese öffneten ihm die Augen, und er befragte in der Folgezeit überlebende Lagerinsassen, deren eindringliche und erschütternde Aussagen in seine beiden Erfolgsbüchern "Der geplante Tod. Deutsche Kriegsgefangene in amerikanischen und französischen Lagern 1945-1946" (1989) und "Verschwiegene Schuld. Die alliierte Besatzungspolitik in Deutschland nach 1945" (1995) mündeten.


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Hutten-Medaille für Schultze-Rhonhof.

Nach diesen nachdenklichen Worten des kanadischen Historikers stand der Höhepunkt des GfP-Kongresses auf der Tagesordnung: die Verleihung der Ulrich-von-Hutten-Medaille für Verdienste um die Freiheit der Meinung und des Wortes. Der diesjährige Preisträger, der Publizist und Generalmajor a.D. Gerd Schultze-Rhonhof, bewies bereits während seiner aktiven Militärzeit den Mut zu unbequemen und politisch inkorrekten Meinungsbekundungen. Wider den Zeitgeist und die politische sowie militärische Führung kritisierte er vehement das Bundesverfassungsgericht, das die Äußerung "Soldaten sind Mörder" juristisch nicht beanstandete. Die mangelnde Rückendeckung nahm General Schultze- Rhonhof zum Anlaß, seinen Abschied zu nehmen und sich fortan der geschichtlichen Forschung zu widmen.
Insbesondere der lange Weg zum Zweiten Weltkrieg sollte sein Steckenpferd werden, wobei die Auffindung bisher unbekannter Archivalien und Quellen eine dezidiert neue Sicht auf die Verantwordichkeiten für den Ausbruch am zweiten großen Völkerringen im 20. Jahrhundert warf. In seinem in der deutschen Öffendichkeit breit rezipierten (über 50.000mal verkauft!) und inzwischen in der siebten Auflage vorliegenden Hauptwerk 1939-Der Krieg, der viele Vater hatte unterzieht er das bundesdeutsche Geschichtsbild einer grundlegenden Revision und korrigiert den deutschen Schuldanteil stark nach unten. Die Vorgeschichte des Zweiten Weltkriegs ist auch Thema seines Buches Das tschechisch-deutsche Drama 1918-1939 (2008), das das vorsätzliche Handeln der tschechoslowakischen Führung gegenüber der deutschen Minderheit in den Fokus rückt.
Die Verleihung der Ulrich-von-Hutten-Medaille an Gerd Schultze-Rhonhof ist eine Würdigung seines publizistischen und historischen Schaffens, das stets nach geschichtlicher Wahrheit strebt und wider die vorherrschende, vergangenheitsbewältigende Geschichtsschreibung die von dieser ins Feld geführte deutsche Haupt- oder gar Alleinschuld an den Weltkriegen faktenreich und quellengestützt relativiert. In der Laudatio auf Gerd Schultze-Rhonhof rühmte Obersdeutnant a.D. Alfred Zips das Lebenswerk des ehemaligen Bundeswehrgenerals und stellte den protestantisch grundierten Patriotismus dieses preußischen Offiziers par excellence heraus. Die Dankesworte Schultze- Rhonhofs waren denn auch in preußischer Manier auf das wesentliche konzentriert und vermittelten das Bild eines stets der Objektivität verpflichteten Geschichtsforschers, dem die historische Wahrheit zum Sinn seiner wissenschaftlichen Arbeit wurde.



 
GfP trotzt dem Zeitgeist
Mit der diesjährigen Jahrestagung gelang es der Gesellschaft für freie Publizistik, ein Ausrufezeichen zu setzen und die wissenschaftliche Erforschung historischer Tatsachen in einen vorurteilsfreien, objektiven und im besten Sinne revisionistischen Rahmen zu setzen. Die Vorträge zeigten die Macht einer politisierten Geschichtsschreibung auf, die Geschichte für politische Zwecke mißbraucht und "Deutschland ewig am Pranger" stellen möchte. Dieser vergangenheitsbewältigenden Historiographie setzte der diesjährige Kongreß eine am freien Wort und der historischen Wahrheit orientierte Debatte entgegen.


Sebastian Pella

© Alle Bilder GfP
 

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